1. CSD in Hattingen
Allerdings habe ich einige kritische Fragen zu der Veranstaltung:
- Wer sind hier eigentlich die Nazis?
- Vor wem genau haben queere Menschen Angst und wer genau greift sie an?
- Warum wird „hetero sein“ als uncool und spießig dargestellt?
- Wie passt die Parole „Ganz Hattingen hasst...“ mit der angeblichen Haltung „Gegen Hass“ zusammen?
- Weshalb richtet sich der Protest ausschließlich gegen die AfD?
- Warum verurteilt man Fehlverhalten nicht auf allen Seiten gleichermaßen?
Es mag ja sein, dass Anfeindungen von rechts kommen. Aber es gibt eben auch unzählige Übergriffe von einer ganz anderen Klientel. Ja, es sind Männer – aber welche genau? Das sollte man dann bitteschön auch beim Namen nennen.
Mein persönliches Fazit:
Um das klarzustellen: Ich bin kein Freund der AfD (ich lehne generell alle Parteien ab). Aber einen infantilen Aufkleber zu tragen, ist einfach nicht mein Ding. Ich war als Bittsteller vor Ort und habe mich an die entsprechenden Gepflogenheiten gehalten – beim Regenbogen-Symbol war für mich jedoch Schluss, was glücklicherweise auch respektiert wurde.
Genau darauf möchte ich hinaus: Diesen Respekt und dieses Entgegenkommen wünsche ich mir von beiden Seiten. Es geht darum, einen gemeinsamen Nenner zu finden, um überhaupt wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Bei mir ist das unter anderem die Anti-Haltung gegenüber der AfD; bei anderen könnte es das gemeinsame Interesse am Kochen sein. Wir müssen Dinge finden, die man gemeinsam hat, und wieder kommunizieren, anstatt die Gesellschaft weiter zu spalten. Niemand verlangt, dass man beste Freunde wird – aber man sollte einander zuhören und Gemeinsamkeiten suchen, statt immer nur auf die Unterschiede zu starren.
Wer abseits der großen Demos Unterstützung, Beratung oder einfach einen Ansprechpartner sucht, findet im Ennepe-Ruhr-Kreis eine wichtige Anlaufstelle: Die Initiative aMANNda – Queer im EN-Kreis befasst sich neben der Community-Arbeit auch intensiv mit Beratungsangeboten und Lebens- bzw. Gesundheitshilfe (u. a. im Bereich der Aidshilfe).
Wenn ihr selbst Unterstützung braucht, Fragen habt oder eine Beratungsstelle sucht, wendet euch gerne an die dortigen Ehrenamtlichen.
Bericht von:
Norman M